Hinweise zur Anwendung kolliphorhaltigerInfusionskonzentrate
Intravenöse Applikation mit hochwirksamen isolierten Naturstoffen haben das Potential eines Game Changers in Ihrer Praxis. Die Wirksamkeit weist weit über die Infusionstherapie mit Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen hinaus. Diese Infusionskonzentrate bieten dem Therapeuten ein exklusives, hoch effektives Behandlungsangebot (siehe Fachinformation zu den Produkten). Der Burg Apotheke ist es besonders wichtig, hochwirksame Produkte mit einem geringen NW-Potential anzubieten. Gleichwohl kann es in einzelnen Fällen zu histaminergen Reaktionen kommen, was bei Infusionstherapie generell auftreten kann. Das ist unproblematisch, wenn man das Risiko kennt und dementsprechend achtsam infundiert. Nutzen Sie die Möglichkeit unserer umfassenden Beratung und wenden Sie die Infusionskonzentrate entsprechend unserer Empfehlung an. So vermeiden Sie Behandlungsfehler. Bei der bisherigen Anwendung, die mehrere 1.000 Infusionen umfasst, wurde bei sachgemäßer Prophylaxe eine Wahrscheinlichkeit von ca. 2–3 % für das Auftreten histaminerger Reaktionen ermittelt. Der Erfahrung vieler Therapeuten nach, handelt es sich nicht um anaphylaktische Reaktionen, sondern um mögliche histaminerge Reaktionen.
Praxisrelevante Information zur Vermeidung von histaminerger Reaktion durch den Lösungsvermittler Kolliphor.
Folgende Infusionskonzentrate enthalten als Hilfsstoffe Ethanol, Kolliphor ELP:
Mit aufsteigenden Anteilen an Kolliphor ELP:
Curcumin 75 mg < Resveratrol 100 mg < Curcumin 150 mg < Q 10 150 mg < Curcumin 300 mg
< Resveratrol 200 mg < Curcumin 450 mg
Folgende Infusionskonzentrate enthalten als Hilfsstoffe Ethanol, Kolliphor HS 15:
Mit aufsteigenden Anteilen an Kolliphor HS15:
Bosvene AKBA < Cannabidiol < Hypericin < Resveratrol sensitive 200 mg
Kolliphor® HS15 hat ein niedrigeres histaminerges Potential als Kolliphor® ELP
Kolliphor ist ein natürlicher Hilfsstoff aus einem Rizinusölderivat, ein emulgierender Lösungsvermittler. Mit maximal 7 % Kolliphor-Hilfstoff wird die Wasserlöslichkeit von hydrophoben Wirkstoffen sichergestellt und erst damit infusionsfähig gemacht. Das Wirkstoffkonzentrat ist nun für eine wässrige Trägerlösung verwendbar. Die zubereitete Infusionslösung ist 4 Stunden stabil. Im Blut wird der Wirkstoff (z.B. Curcumin) sofort aus dem Kolliphor freigesetzt und zu 100 % an Plasmaeiweiß und Transportproteine gebunden, damit wird eine 100 % Bioverfügbarkeit sichergestellt, der Wirkstoff gelangt an seinen Wirkort. Seit mehr als 35 Jahren ist Kolliphor in einer großen Anzahl von Studien getestet, und wird bei vielen zugelassenen Fertigarzneimittel eingesetzt. Dabei sticht hervor, dass Kolliphor mit geringer Konzentration hoch effektiv wirkt, andere Lösungsvermittler wie z.B. Cyclodextrin haben durch ihr Einschlussprinzip den Nachteil, dass die Freigabe nicht geklärt ist, weil der Körper nur unzureichende Systeme zur Zersetzung des Cyclodextrin Ringes besitzt.
Quellenangaben:
[1] Szejtli, Cyclodextrins, Drug Invest. 2 (Suppl. 4) 1990
[2] Analysis of different innovative formulations of curcumin for improved relative oral bioavailability in human subjects
Purpura et al. Eur J Nutr (2018) 57:929-938
Das Curcumin der Burg Apotheke ist seit 2012 zum Patent angemeldet und mittlerweile weltweit patentiert.
Der geringe Nachteil an Kolliphor ist, dass es ein niedriges histaminerges Potential besitzt. Kolliphor ELP wirkt stärker histaminerg als Kolliphor HS 15. Nicht jeder PatientInnen reagiert histaminerg auf Kolliphor. Gleichwohl ist eine genaue Beobachtung der PatientenInnen während der Infusion empfohlen.
Es bedarf vor jeder Infusion einer genauen Abklärung der Histamintoleranz der Patientenschaft:- Besteht grundsätzlich eine eingeschränkte Funktion der histaminabbauenden Enzyme Diaminoxidase (DAO) und die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT)? Labor!
- Besteht das Vorhandensein von ausreichenden Cofaktoren?
Vitamin B6, Vitamin B 12, Vitamin B 2, 5-Methyltetrahydrofolsäure, Vitamin C, Kupfer, Zink, Magnesium, S-Adenosylmethionin (SAM)? - Besteht ein erhöhter Bedarf an Cofaktoren aktuell am Infusionstag?
z.B. durch grippalen Infekt, durch eine virale oder bakterielle Erkrankung, durch Leistungssport, durch tumoröses Geschehen etc.? CAVE: Bei einem erhöhten Bedarf kann es sein, dass eine Gabe von Cofaktoren wie Vitamin C 5 g vom Körper sofort verbraucht wird und nicht mehr als natürliches Antihistaminikum zur Verfügung steht.
Symptome einer Histaminintoleranz können sehr unterschiedlich sein:
- Herz-Kreislauf-System: Bluthochdruck/Hypertonie, Hypotonie, Herzrasen
- Kopf: Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel
- Haut: Ekzeme, Hautauschlag, Juckreiz, Hautrötung
- Gastrointestinaltrakt: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit/Erbrechen
- Atmung: Atembeschwerden, Asthmasymptome
- Allgemein: Müdigkeit, Schlafstörungen, Hitzewallungen
Quelle: Burg-ApothekeVier verschiedene Möglichkeiten histaminerge Reaktionen zu unterbinden:
- Prophylaktische Gabe von Dexamethason 4 mg i.v. und Antihistaminika 12 - 24 Std vor Infusion. Nebenwirkungen: Die mögliche Entwicklung einer Nebennierenrinden-Insuffizienz bei einem Therapiezyklus von 1 – 2 x wöchentlich über mehr als 4 Wochen.
- Prophylaktische Gabe von Hydrocortison 100 mg i.v. und Antihistaminika 12 – 24 Std vor Infusion. Hydrocortison 120 mg entspricht Dexamthason 4 mg. Hydrocortison 100 mg entspricht der Menge, die der Körper selbst täglich bildet. Es wird sich keine Nebennierenrinden-Insuffizienz einstellen.
- Prophylaktische Gabe von Tavegil (freiverkäuflich) oder Histakut (rezeptpflichtig) 1 Ampulle.
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Prophylaktische Gaben für Heilpraktiker: 3 Wochen vor der geplanten „Kolliphor-Infusion“ mit der Gabe der histaminabbauenden Cofaktoren beginnen. Insgesamt empfehlen wir 5 Infusionen mit Vitamin C 5g – 7,5g, Vitamin B Komplex Injekt, Folimetin, Magnesium i.v.. 12-24 Std vor der „Kolliphor-Infusion“ ein Antihistaminikum z.B. Desloratadin als Tablette geben.
Am Infusionstag: Direkt vor der kolliphorhaltigen Infusion eine Vorinfusion geben mit Vitamin C 5g oder Vitamin C 7,5g und Magnesium 200 mg. - Eine große Anzahl von Patienten vertragen „Kolliphor-Infusionen“ ohne prophylaktische Gaben.
- CAVE: Extrem langsame Anflutung des Infusionskonzentrates erreichen Sie, indem Sie das Infusionskonzentrat in die bereits laufende Trägerlösung geben. Hierzu die genaue Anleitung lesen. Siehe bei *
- CAVE: Augenkontakt mit den PatintenInnen halten. Schon nach den ersten 2 – 3 Tropfen der Infusionsgabe kann es bei einer Unverträglichkeit zu ansteigender Hitze, Röte im Gesicht, Kurzatmigkeit oder Bauchkrämpfe kommen. Infusion sofort zudrehen und abwarten, den nächsten Tropfen erst geben, wenn es den PatientInnen besser geht. “Kolliphor Infusion“ Tropfgeschwindigkeit 20 Tropfen pro Minute empfohlen.
- Um Anwendungsfehler zu vermeiden unbedingt die angegebene PVC freie Infusionsbeutel mit dem entsprechenden Volumen verwenden. Die Konzentration des Wirkstoffs darf 1 mg/ml nicht überschreiten. Bitte verwenden Sie PVC freies Doppelfilterinfusionsbesteck. Das PVC freie Paclitaxel Set (Doppelfilter Infusionsbesteck) von Baxter bindet vorhandene Luft im Infusionsschlauch durch den Filter. Unbedingt die empfohlenen Infusionszeiten einhalten. Nach der Wirkstoff-Infusion den langen Infusionsschlauch spülen, indem Sie Kochsalzlösung 0,9 % 100 ml laufen lassen.
- Bosvene AKBA enthält die geringste Menge am nur leicht histaminergen Kolliphor HS 15 und ist eine gute kolliphorhaltige „Einstiegsinfusion“.
- Curcumin und Q 10 sensitiv enthalten als weiteren Hilfsstoff Zitronensäure. Bitte abklären, ob hier Reaktionen bekannt sind.
Eine extrem langsame Anflutung des kolliphorhaltigen Infusionskonzentrat ist unabdingbar! Hier am Beispiel Curcumin:
- Zunächst 250 ml NaCl-Beutel mit PVC-freiem Infusionsbesteck infundieren, OHNE CURCUMIN, nur Kochsalzlösung, 5 Minuten lang.
- 1 ml aus der Durchstechflasche Curcumin 75 mg entnehmen und in den NaCl-Beutel geben.
- Tropfen für Tropfen warten, den Patienten vorher aufklären, was passieren könnte; sofort zudrehen, wenn der Patient ein Zeichen gibt. Der Patient weiß, dass er sich melden soll, z. B., wenn er das Gefühl hat, dass er schlechter als üblich Luft bekommt, ein Druck ihm auf der Brust liegt. Auch sofort zudrehen, wenn der Therapeut eine Gesichtsröte beim Patienten bemerkt. Abwarten, zugedreht lassen und erst wieder einen Tropfen dazugeben, wenn es dem Patienten besser geht. Wenn es dem Patienten besser geht, noch einmal probieren, Geschwindigkeit so langsam anpassen, dass der Patient nichts spürt, ansonsten die Infusion abbrechen.
- Wenn 1 ml aus der Durchstechflasche Curcumin 75 mg gut vertragen wurde, weitere 2 ml hinzugeben.
10 Minuten warten. - Nach weiteren 20 Minuten 3 ml Curcumin dazugeben und so schrittweise die Curcumin-Menge im Beutel erhöhen.
- Wenn der Patient die letzte Curcumin-Infusion gut vertragen hat, kann man auch die gesamte Menge des Curcumins in die dafür vorgesehene Menge NaCl geben und verwirft die ersten 5 ml aus dem Infusionsbesteck (Schlauch) in das Waschbecken: Meist sammelt sich besonders viel Kolliphor in den ersten 5 ml des Schlauchs oder auch im Filter an
- Der Patient ist während der gesamten Infusion unter Aufsicht.
Autor: Christiane Voss, Imke Frei
