Weihrauch (Boswellia serrata)

Weihrauch (Boswellia Serrata)

Weihrauch (Boswellia serrata)
Slider

Ursprung, Tradition und Zusammensetzung

Weihrauch bzw. Olibanum ist das Harz des Weihrauchbaums, das in erster Linie für religiöse und jetzt auch wieder vermehrt für medizinische Zwecke eingesetzt wird. Boswellia (Weihrauch) war schon vor Jahrhunderten wegen seiner positiven Effekte bei der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen bekannt. In Ägypten wurde Weihrauch auch als Gottesduft oder „der Stoff, der göttlich macht“ bezeichnet. Der Weihrauchbaum gehört zur Familie der Balsamgewächse. Die Stammpflanze ist primär in Indien verbreitet. In Somalia, Eritrea und Äthiopien ist der afrikanische Weihrauch beheimatet, der arabische Weihrauchbaum in Südarabien.

Boswellia serrata ist eine Boswelliaspezies, die in Indien beheimatet ist. Die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen wurden mit dem Weihrauch-Harz von Boswellia serrata (Indischer Weihrauch) durchgeführt. Somit gilt Boswellia serrata als die am besten untersuchte Weihrauchspezies. Die Gewinnung erfolgt durch Einschneiden der Rinde des Stamms und kräftiger Äste der Weihrauchbäume. Dabei tritt ein Milchsaft aus, der zu Gummiharz erhärtet. Das Harz beinhaltet ätherische Öle (5–9 %), Harzsäure (15–16 %), ätherunlösliche (25–30 %) ätherlösliche (45–55 %) Bestandteile.

Facts & Figures

  • Wirksamkeit in diversen klinischen Studien bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Wirksamkeit bei rheumatoider Arthritis und Asthma bronchiale
  • Behandlung des peritumoralen Gehirnödems
  • antiinflammatorische Aktivität durch Hemmung der 5-Lipoxigenase (5-LO) und des NF-kB-Signalwegs
  • antitumorale Wirkung durch Induktion von Apoptose und Hemmung der Topo-Isomerase
  • Die Substanzen der Beta-Boswellia-Säuren (KBA + AKBA) bestimmen die Wirksamkeit des Weihrauchs.
  • Bei der Zusammensetzung der Boswellia-Säuren bestehen Unterschiede zwischen den afrikanischen und indischen Weihrauchextrakten bezüglich der Konzentrationen von KBA und AKBA.
  • Oral schlechte Bioverfügbarkeit von KBA und AKBA, denn bei oraler Einnahme von 1.600 mg Boswellia-serrata-Extrakt-Extrakt sind nur geringe Plasma-Konzentrationen von 0,3 Mikromol KBA und 0,10 Mikromol AKBA im steady state nachweisbar.
  • Bereits im Ergänzungsbuch zum Deutschen Arzneibuch Nr. 6 (DAB 6/1953) monografiert. Monografie „Indischer Weihrauch“ auch im Deutschen Arzneimittel-Kodex (DAC 2005). Monografie „Indian Frankencense“ im Europäischen Arzneibuch 5, Ergänzungsband 7 (PH.EUR.5.7), definiert und somit für medizinische Zwecke therapeutisch nutzbar.
  • Verleihung des Orphan-Drug-Status durch die EMEA 2002.